

Die Liste der erstaunlich positiven Erlebnisse mit Polizisten ist lang. Weiterfahrendürfen trotz gemessenem Akohol, ein andermal doch kein Stempel und noch nicht einmal eine Strafgebühr sind nur zwei von etlichen Erfahrungen. Natürlich war der Straßenverkehr lange die übliche Schnittstelle mit den Gesetzeshütern. Aber auch Bodo Cloim zeigte Armin samt Federschmied wie das oft abwertende Klischee gegenüber Polizisten fast jeder Grundlage entbehrt.
Allerdings erfährt Armin auch immer wiedermal glaubwürdige Schilderungen von Mitmenschen, welche über unfähre und schikanöse Behandlung durch Polizisten berichten. Diese Dissonanz zu seinem persönlichen Erlebnissklischee beschäftigt ihn über viele Jahre. Erst seine späten Erkenntnisse zur Energetik zeigen vielleicht brauchbare Erklärungen auf. Die Geschichte mit dem Taschenmesser scheint gut geeignet, einige Fakten zu liefern.
Der knapp siebzehnjährige Armin ist wiedermal mit seiner blauen TS 150 unterwegs. Die Karl-Marx-Straße in Cottbus führt direkt zur elterlichen Wohnung. Armin fährt gern zügig mit seinem Motorrad und damit meist schneller als erlaubt. Bei etwa 65 km/h entdeckt er ein Polizisten-Motorrad im Rückspiegel. Der Fahrer gibt Zeichen und Armin hält kurz darauf an. Sie befinden sich kurz vor dem früheren Haus der NVA. Dieses U-förmige Haus heißt heute sicher anders und grenzt an den Universitätsplatz. Der Polizist steigt vom Motorrad, stellt sich kurz vor und moniert die zu hohe Fahrgeschwindigkeit.
Armin denkt schnell, das knapp 5 km/h zuviel ohne Messgerät kaum schätzbar sind. Sogar etwas gereizt informiert er den körperlich größeren Bullen über erlaubte 60 km/h seit der letzten Ampelkreuzung. Das sitzt. Dieser scheint das entsprechende Verkehrsschild tatsächlich übersehen zu haben. Aber Armin bleibt in der Bredouille, denn sein Bremslicht funktioniert nicht. Betroffen räumt er ein, dies bisher nicht bemerkt zu haben. Der Polizist scheint geduldig. Armin will die Lampe aufschrauben und stellt nun entsetzterweise fest, das er nicht mal sein Bordwerkzeug in der Seitenklappe der Maschine findet. Der Polizist wirkt fast rührig und kramt in seiner Jackentasche rum. Plötzlich hält er ein Taschenmesser in der Hand.
Er bietet Armin doch tatsächlich an, damit die Schrauben der Rücklicht-Lampe zu lösen. Soviel unbegründete Fairness irritiert unwillkürlich. Armin informiert nun über einen knappen Kilometer Restweg. Er verspricht, diesen Defekt umgehend abzustellen. Der Polizist ist einverstanden. Sie reichen sich sogar die Hand und Armin darf weiterfahren.
Interessanterweise waren, wie fast immer, nur sehr wenig Worte am Werk. Sicher gab es auch mal abweisende Kontakte zu Polizisten. Aber ihre Minderzahl wirkt vernachlässigbar. Das es nicht immer so friedlich ablief, wird ehrlicherweise mit "Tschapka" berichtet.
erlebt 1978 - aufgeschrieben 07/07 - german
aktualisiert am 17.05.2011 als Favorit eintragen | weiter empfehlen | Zurück zur Startseite