phlegmaticus

sangoinicus

Energetik

Manches wurde nun endlich klar.
ein sechster Sinn fast wunderbar.

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Selbige setzt für möglichen Nachvollzug ein aufgeschlossenes Grundverständnis zu zwischenmenschlicher Interaktion voraus. Klick auf "Größer" öffnet ein separates Browserfenster mit identischer Darstellung.

Generelle Informationen

Natürlich stellt auch dieser grafische Versuch einen Kompromiss dar und bleibt erläuterungsbedürftig. Analytischer Versuch eines Kalküls erfolgt demnächst in "Aura" unter "Gedanken". Optisches Konzept der Grafik bleibt die gezielte Überzeichnung des 1./6. Sinnes, weil daraus folgende Bedeutung für zwischenmenschliches Resonanzverhalten medien-, bildungs- und alltagsbezogen offensichtlich unterschätzt wird. Eine Anteiligkeit wird absichtlich vermieden. Alle Wahrnehmungsebenen können eigenständig agieren und gewichten sich situationsbedingt und individuell unterschiedlich. "Energetik" als Wort wiederum spiegelt eine meiner Erlebniskonsequenzen vor über dreißig Jahren wieder. Sicher nicht erst seitdem schmoren unklare Erlebnisse und Konsequenzen in meinem Kopf herum. Mit den Jahren konnte eine zunehmende Bewußtheit endlich Erklärungen finden. Folgend werden überwiegend Erlebnisse (kurze Geschichten) beschrieben.

Traum

Neben zwei, drei anderen immer wiederkehrenden Szenarien charakterisiert dieser Traum die fast infantile Konsequenz des Unterbewußtseins. Armins Kinderbett steht, samt ihm, mitten im absolut leeren Zimmer. Keine sichernde Wand im Rücken und geschrien wird natürlich unaufhörlich. Fotografisch im Gedächtnis wird viel später der offensichtliche Fehler klar. Denn das azurblau gestrichene Bett mit schön angefrästen und geschwungen geschnittenen Brettstreben stand vielleicht die vier ersten Lebensjahre direkt im elterlichen Schlafzimmer. Ein Privileg, welches nicht alle "modern" erzogenen Kinder erleben dürfen. Ob nun umgehend im neuen Zimmer auch ein neues Bett bereitstand, weiß sich heute nicht mehr so genau. Mit dieser kleinen Geschichte, welche auch durch "Hingefallen" noch einmal vertieft werden könnte, soll angedeutet werden, wie früh sich auch Kleinkinder durchaus konsequent mit ihrer familiären/sozialen Umgebung auseinandersetzen.

Judo-Wettkampf

Über 100 Kämpfe sollten letztendlich im Startbuch stehen, als Armin etwa vierzehnjährig (1975) seinen Judoverein verließ. Beinahe alle zwei Wochen erlebte er, mit zahllosen jungen Kämpfern, überfüllte Sporthallen. Scheinbar teilnahmslos trottete Armin minutenlang vor eigentlichem Beginn an den vielen, in Gruppen stehenden, Judokas vorbei. Die Kimonos (damals kurz "Kutte" genannt ) legten sich lose um die Körper seiner möglichen Gegner. Zunächst stellte Armin irgendwann fest, dass er das Gewicht vieler Judokas gut schätzen konnte. So filterte er viele seiner potentiellen Kampfpartner schon vorher heraus und begann diese natürlich zu beobachten und einzuschätzen.

Eine ganz andere völlig unklare Empfindung erlebte sich ebenfalls zunehmend deutlicher. Auch wenn manche der jungen Sportler ihm den Rücken zu wandten, empfand er oft auch bei viel leichteren Kuttenträgern weniger oder eben auch erstaunlich viel Respekt. Dabei spielte ihr jeweiliger Kyu eine nicht so wichtige Rolle. Später sollte deren Erfolg auf der Matte diese vermutete Stärke fast immer bestätigen. Auch körperliche Wirkungen wie Schulterbreite, Mimik oder Muskulatur erwiesen sich öfter als nebensächlicher wie eben dieses unklare Gefühl.

Dorf-Diskothek

Es sind die mittleren siebziger Jahre. Fast jeden Sonnabend geht es zur Diskothek nach Saalspow. Mit den fast stetigen Kopfschmerzen am folgenden Sonntagmorgen kann er leben. Noch immer trainiert er bis zu fünfmal in der Woche als Ringer. Da wirken die drei meist einsam getrunkenen Disko-Bierchen wie eine Alkoholbombe. Armin hat sich mit seiner Außenseiterrolle abgefunden. Zwei, drei Kumpels hat er ja, welche auch auf dieser Disko für ihn da sind. Mit Mädchen klappt nach wie vor fast nichts. Dafür genießt er es regelmäßig wie ein stolzierender Gockel die schmalen Saalgänge zwischen Tischen und Tanzfläche abzulaufen. Diese Laufwege sind generell mit diskutierenden, rauchenden und natürlich auch trinkenden Grüppchen blockiert. Für Armin wird jedoch generell und umgehend Platz gemacht.

Wie ein Luftploster schiebt Armin seine blockierte Verunsicherung vor sich her. Durch seine Körpergröße und Kampferfahrung braucht er auch deutlich ältere Konkurrenten kaum zu fürchten. Die wirklich erwachsenen Männer sind selten und meist zu souverän für sein dominantes Verhalten. Etwas Erstaunliches bemerkt Armin trotzdem. Nicht nur einmal sondern ziemlich oft reagieren stehende Besucher, obwohl Sie Armin weder sehen und schon gar nicht hören konnten. Ihr Ausweichmanöver erfolgt zudem fast optimaler und effizienter als wenn Sie Armin bewußt wahrgenommen hätten. Da zumindest in einigen Fällen auch indirekte Beeinflussung durch Dritte auszuschließen war, bleibt nur zu bemerken, dass dies meist passierte wenn die betroffene Person enorm abgelenkt war (Gespräch, Gedankenverloren etc.)

Schulpause

Wiederholt hatte Armin es ausprobiert. Es funktionierte zwar immer, jedoch durchaus unterschiedlich erfolgreich. Aber zunächst zur Ausgangssituation. Es dürfte die neunte Klassenstufe der DDR-POS gegen 1976 sein. Nach wie vor durch aus respektiert jedoch wenig beliebt, registrierte Armin bei den großen Schulpausen dieses offensichtliche Gruppenverhalten seiner Klassengefährt(inn)en. Generell fanden sich die meisten immer am gleichen Platz auf dem großen Pausenhof ein. Für Armin machte dieser Treffpunkt nicht wirklich Sinn. Kein Mülleimer für das Brotpapier in der Nähe. Ein nahes Gebäude behindert die Vormittagssonne. Viele jüngere Schulkinder kreischen und toben so, dass es nervt. Eines Tages nun spannt sich Armin mutwillig vor seinen auf den Pausenhof strebenden Klassenpulk. Ein kurzer Blick zurück auf seine Klassenkameraden startet den eigentlichen Pilot-Versuch.

Nun läuft Armin zielgerichtet mit bestimmender Körpersprache und angemessenem Tempo an einen ganz anderen "Stellplatz". Dieser ist deutlich weiter entfernt als der bisherige und befindet sich zudem noch auf der Hälfte der anderen Schule dieses Doppelschulkomplexes. Erst am Ziel kümmert sich Armin wieder um sein "Gefolge". Mehr als Zehn gehören dazu. Sogar drei Mädchen stehen direkt vor dem Grenzzaun des Schulgeländes. Was willst Du denn eigentlich hier, fragt einer von den Jungs, welche immer noch ganz gut mit Armin klarkommen. Das weiss ich doch nicht, reagiert Armin fast zynisch. Weshalb hampelst Du dann hierhin?, reagiert der Fragesteller provoziert. Weshalb hampelst Du hinterher? treibt Armin den Konflikt wieder mal unfair auf die Spitze. Eine Reaktion bleibt scheinbar verstört aus. Der Rest der Gruppe hat diesen Disput kaum registriert und natürlich wird angeregt geredet. Ist doch schließlich egal, wo man herumsteht. Interessanterweise befragt Armin später eines der Mädchen zu dieser Begebenheit. Sie räumt ziemlich aufgeschlossen ein, gar nicht bemerkt zu haben, wohin es gerade wieder mal geht.

Eminim

"8 Mile" gehörte längere Zeit zu den gemeinsamen Lieblingsfilmen von Vater Armin und Sohn Siegfried. Eines Tages prangt überraschend ein großes Poster mit entsprechendem Sänger an Siegfrieds Jugendzimmerwand. Energetisch schaut der goldhair gegeelte Superstar sitzend in den Raum. Ein Freund aus der Schule hätte es ihm geschenkt, berichtet Siegfried. Armin interessiert dies nur nebenbei und die Monate vergehen bis zum Besuch Laras. Endlich wiedermal gemeinsam im Haus genießt Armin die inspirierende Gegenwart seiner Tochter und einfach so nebenbei klinkt die Wohnungstür. Mit Siegfried ist die Familie endlich komplett. Beeindruckend warmherzig und lieb begrüßen sich die Geschwister. Sonst stets elegant auftretend, stolpert Lara fast hinter Siegfried her, direkt in dessen Zimmer. Obwohl erst fünfzehn, wirkt Siegfried schon jetzt sichtbar größer als seine sehr gut gewachsene Schwester. Über sechs Jahre Altersunterschied scheinen fast obsolet.

"Bist Du das?" klingt plötzlich Laras erschrocken begeisterte Stimme durch die Wohnung. Armin steht schnell dabei und bemerkt ihren Blick auf das Poster. "Nö, das ist Eminim" reagiert Siegfried fast träge und packt weiter gelassen seinen Schulrucksack aus. Lara beschwichtigt immer noch erfreut wirkend, ihre Verwechslung mit einigen Erklärungen zu vermeintlichen Parallelen. Geschwisterliebe sicherlich, denkt Armin etwas später zu dieser Begebenheit. Aber dies allein kann nicht das Wesentliche sein. Von attraktiver Männlichkeit durchaus verehrt, hat Lara ihren Bruder sicher nicht an seinen Äußerlichkeiten wahrgenommen. Siegfrieds Haarschopf sieht oft nachmittags noch so wie direkt nach seinem morgentlichen Erwachen aus. Die Pupertät zeichnet sein Gesicht mit etlichen Pickeln und auch seine Bekleidung wirkt vorsichtig formuliert, salopp. Nachhaltig positiv beeindruckt, meint Armin nach so vielen Jahren endlich verstanden zu haben, wie und wo zwischenmenschliche Interaktion primär statffindet.

siehe auch Aura, Taschenmesser, Glöckner etc.

© german 03/09

 

 

aktualisiert am 17.05.2011 als Favorit eintragen | weiter empfehlen | Zurück zur Startseite