


Melancholie trifft wie ein lautloses Schwert,
die Seele, die einsam sich selber verzehrt.
Melancholie ist Teil uns'rer Natur.
Wer diese nicht mag, verneint sich doch nur.
Melancholie zeugt still ihren Hort.
Enttäuschte Hoffnung schont sich gern dort.
Melancholie lebt Verletzung oft nur,
durch Liebe, die sich zu selten erfuhr.
Melancholie eröffnet Raum und auch Zeit,
für manches zu lang verdrängte Leid.
Melancholie zehrt gern auch vom Geist,
der selber sich liebt und Ego heißt.
Als traurige Schwester leise sie spricht,
zu Willen, Mut und der Zuversicht.
Danach lebt Sie jener Schwere Bann,
den keiner der Drei je erreichen kann.
Vergessen die Hoffnung, entrückt jeder Zeit
wächst Kraft so verborgen in Einsamkeit
Sanftes Geschick darf neu sie verführen.
Erst Melancholie kann wahrhaft inspirieren.
Zu spät fast vereint, zu viert voller Macht
Neu wird Sie geboren, die Leidenschaft.
Fast plötzlich scheint Leben von Freude besessen,
vergangenes Leid so gern wieder vergessen
Wer Freud ohne Leid sucht, weiß noch nicht Bescheid.
Gleichgewicht eint sie, seit all unsrer Zeit.
German 04/06
© Norbert German Howainski 2005-2008 | Sponsored and Powered by AAC | aktualisiert am
14.12.2008
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