temperamente - phlegmaticus
temperamente - cholericus



Melancholie

Melancholie der Seele Schwert
auf, dass sie einsam sich selber verzehrt

Melancholie ewig Teil der Natur
Wer diese nicht mag, verneint sich doch nur

Melancholie zeugt still ihren Hort
Enttäuschte Hoffnung schont sich gern dort

Melancholie lebt Verletzung oft nur
durch Liebe, die sich zu selten erfuhr

Melancholie eröffnet Raum und auch Zeit
für manches zu lang verdrängte Leid

Melancholie zehrt gern auch vom Geist
der selber sich liebt und Ego heißt

Als traurige Schwester leise sie spricht
zu Willen, Mut und der Zuversicht

Danach lebt Sie jener Schwere Bann
die keiner der Drei je erreichen kann

Vergessen die Hoffnung, entrückt aller Zeit
wächst Kraft so verborgen in Einsamkeit

Nur sanftes Geschick darf neu sie verführen
Erst Melancholie kann wahrhaft inspirieren

Zu spät fast vereint, mit vierfacher Macht
Neu wird Sie geboren, die Leidenschaft

Fast plötzlich scheint Leben von Freude besessen
vergangenes Leid so gern wieder vergessen

Wer Freud ohne Leid sucht, weiß noch nicht Bescheid
Ihr Gleichgewicht eint sie, seit all unsrer Zeit

So prüft Sie mit Leiden, stets neu wie noch nie
Vorbotin des Glückes, die Melancholie

German 04/06

 

 

 

aktualisiert am 15.10.2011 als Favorit eintragen | weiter empfehlen | Zurück zur Startseite