sangoinicus

 


Farben

Einsamkeit will sich mit Träumen besiegen.
Zu meist werden unsere Träume erliegen.

Manch Traum, fast wie ein panisches Pferd
sich wild galoppierend der Übermacht wehrt.

Deren flache Träume sind leicht zu ertragen.
Des Lebens Lüge kennt sie als Farben.

So denkt rote Lüge meist „Sex ist Liebe“.
Verwechselt fast immer Güte und Triebe.

Rosa träumt Lüge von Harmonie.
Erwacht aus ihrer Bequemlichkeit nie.

Gern goldene Lüge Erfolg sich nennt.
Zu meist dessen Glanz als Inhalt verkennt.

Die blaue Lüge heißt Alkohol.
Fühlt sich oft im nach hinein weniger wohl.

Silbern sich Lüge mit Geld finanziert.
Den Reichtum des Lebens mit Leere frisiert.

So weiß Kokain seine Lüge schnupft.
Energiegeladen schenkt Sie ihre Sucht.

Blond öfter die Lüge der Schönheit heißt
mit Chemikalien den Kopf zerbeißt.

Wenn Lüge nur schwarz sieht, das Leben entehrt
und jeglicher Zukunft die Ziele verwehrt.

Kalt Lüge der Grünen so eitel sich schneuzt,
hat Politik und Ideale erfolgreich gekreuzt.

Des Neides Lüge liebt künstliches Licht,
Ihr Selbsthass mag Unsere Sonne nicht.

Pink zwingt sich Lüge zu farbigem Schrei.
Was weniger schmerzt, scheint einerlei.

Erst Lila verliert sich zu sanften Gedanken.
lässt Hoffnung mit Lüge im Rhythmus wanken.

Doch mächtigste Lüge bleibt Einsamkeit.
Ihr Meister zu gern vom Selbst uns befreit.

Jener Meister pflegt all diese farbigen Lügen.
Will mit ihnen unsere Träume betrügen.

Dem Drachentöter soll einst es gelingen,
die Tiefe der Farben zurück uns bringen.

Da nur er diesen Meister besiegen kann,
Frönen wir bis dahin flacher Farben Bann.

German / Silvester 07

 

aktualisiert am 17.05.2011 als Favorit eintragen | weiter empfehlen | Zurück zur Startseite