sangoinicus

 


Depression

Dem Kleinstkind wurde sie schon bekannt
empfand ihre Nähe recht bald als verwandt

Zwischen Mutter und Vater die unsichtbar Dritte
erfüllte mit Inbrunst solch Leere der Mitte

Geborene Sinne, verloren am Hohn
Macht schenkt jungem Leben so bitteren Lohn

Doch was stets geboren, natürlich und rein
will regelgerecht erst beseitigt sein

Zwang aller Prägung genießt ihren Sieg
Nur inneres Ich erklärt schweigend den Krieg

Selbst ängstlichen Tönen darf es nicht gelingen
So manchen sogar zum Autisten zwingen

Schon bald wird gestohlen, die Mutter belogen
und werdende Jugend um’s Glück betrogen

Jugend bleibt mächtig, glaubt nie sich verloren
so ahnungslos doch schon der Leere verschworen

Also wenn schon, dann richtig. Denn offenbar
funktioniert dieser Unfug echt wunderbar

Bald Faust auf der Straße zum Sieger machte
Enttäuschung dazu etwas bitter lachte

Selbst Prügel als Strafe erfährt nun Kontakte
Zumindest etwas, was sonst man nicht packte

Dann durft es geschehen, ein Ende der Leere
Geliebte Frau schenkte Kinder und Ehre

Erfolg im Beruf bald zum Stolz hinlenkte
Dem Dasein fast eitle Zuversicht schenkte

Jahrzehnte vergingen. Hoffnung wuchs heran
Besiegt schien längst einstiger Trauer Bann

Wie aus ihrem Nichts, schlug Sie böse zurück
verfolgt meist ein Leben lang schweigend das Glück

Zu spät neu begriffen, manch Hoffnung missbraucht
Am Ende auch Liebsten Enttäuschung verkauft

Will nicht mehr gewinnen, der Glaube ans Ziel
gab wenig zurück und nahm doch so viel

So rächt sich nun Kindheit voll Isolation
mit düsterem Atem der Depression

German 01/09

 

 

 




 

aktualisiert am 30.08.2011 als Favorit eintragen | weiter empfehlen | Zurück zur Startseite