Lange vor uns erblühten grandiose Kulturen.
Der Staub des Zerfalls tilgte meist ihre Spuren.
Unser Abendland hat seine Zeit bekommen
und diese recht spürbar in Anspruch genommen.
Phantastische Dinge sind doch entstanden.
Selbst auf diesem Mars wollten wir schon landen.
Der Erfolgsweg Europas wirkt letztendlich kurz,
geologisch gesehen sogar wie ein Pfurz.
Heikle Botschafter uns schon die Römer waren,
Arrogant mußte sich Dekadenz erfahren.
Vor tausend Jahren war Anfang sehr hart
Jene „Dunkle Zeit“ elend langsam starb.
Die nächsten Jahrhunderte bebten vor Schmerz
Schlimme Kriege zerpflügten Europa das Herz.
Erst England uns zeigte, wie’s besser geht,
mit Dampfkraft Erfolg sich zum Leben hindreht.
Später wollte sich auch das Festland beweisen,
schuf sogar noch härteren Stahl aus Eisen.
Stolze Tochter Europas hieß längst USA.
Ihre schmerzvolle Kindheit scheint heut nicht mehr wahr.
Doch aus Leid wurden Chancen, aus Chaos ein Land,
bis heut' als „American Way “ bekannt.
Denn erst Chaos schafft Raum für ganz neue Strukturen,
so manch Wohlstandes Träume sich wahrhaft erfuhren.
„American Dream“ wird seitdem sehr verehrt,
verdrängt gern Gewißheit, dass nichts ewig währt.
Aus Pioniergeist, Transistor, kreativem Profit
wurden Fastfood, Atomkrieg, Export-Defizit.
Unser „Abendland“ so vielleicht endlich versteht,
dass die Sonne hier tatsächlich untergeht.
german 10/07
aktualisiert am 17.05.2011 als Favorit eintragen | weiter empfehlen | Zurück zur Startseite