

Als Selbstschutz dient dem Mensch Verdrängung
Bezahlt mit immer mehr Beengung
Verdrängung spielt ja auch bei der Schifffahrt eine Rolle und charakterisiert sich damit als sehr universeller Begriff. Stellen wir uns also eine kleine Bootsfähre vor, welche regelmäßig zwischen einer Insel und dem Seeufer verkehrt. Das Boot ist für maximal 4 Personen und den Fährmann geeignet. Meist sitzen jedoch nur ein oder zwei Passagiere während der Überfahrten im Boot. Das Boot verträgt damit auch etwas höheren Wellengang und liegt trotzdem stabil im Wasser. Zudem benötigt der Fährmann weniger Kraft für sein Stechpaddel.
Seit kurzer Zeit wurde auf der Insel jedoch eine idyllische Gaststätte samt einer Pension eröffnet. Der Fährbedarf nimmt so sprunghaft zu, dass eine weitere oder größere Fähre nicht schnell genug zur Verfügung stehen kann. Die Passagiere von beiden Seiten werden schnell ungeduldig und reagieren gereizt auf die ungewohnt langen Wartezeiten. Der Fährmann entschließt sich zum Kompromiss und läßt teilweise bis zu sieben Passagiere auf das Boot.
Schon am zweiten Tag bringt eine kräftige Böe das tief im Wasser liegende Boot aus dem Gleichgewicht. Die verängstigt reagierenden Passagiere setzen mit bewegter Panik den Punkt "auf das i". Das Boot kentert und zwei Frauen ertrinken, auch weil ein Teil der Passagiere sichtlich angetrunken war. Verdrängung als nützliche Methode hat sozusagen ihre Grenzen gefunden.
Zuvor beschriebene Wasserverdrängung gilt seit Archimedes (Heureka) als Paradebeispiel für den gravitationsbedingten Platztausch unterschiedlich schwerer Elemente. Vergleichsweise sanft wird die Hierarchie (zum Erdkern hin) neu geregelt. Wenn jedoch ein fünfzig Tonnen Truck auf abschüssiger Straße durch eine Kleinstadt die Kurve nicht mehr schafft, verdrängt er kurzer Hand das kleine Wohnhaus an der Straßenecke zu Schutt und eventuell sogar Asche.
Verdrängung kann also durchaus Zerstörung bewirken. Einzig und allein die Charakteristika der aufeinandertreffenden Materialien entscheiden über das mehr oder weniger subjektiv empfundene "Verdrängungsergebnis". Natürlich spielt auch der Beschleunigungscharakter des Aufeinandertreffens eine entscheidende Rolle. Eine Fliegerbombe könnte man mit großer Wahrscheinlichkeit sogar sanft auf ihren scharfen Zünder stellen, ohne das selbige auch nur muckt. Als Treffer in einem Haus aus 3000 Meter Höhe richtet sie jedoch sogar als Blindgänger beträchtlichen Schaden an.
Beschleunigung siegt gegen träges Gewicht
Energie, wirklich frei, kennt beide nicht
Emotional bedingtes "Füreinander Einstehen" ist sicher nicht erst mit dem Siegeszug der Säugetiere zum Überlebenskonzept pflegebetonter Lebensformen geworden. Letztendlich erwiesen sich diese komplexer organisierten Lösungen der Evolution ihren robusteren Vorgängern tatsächlich überlegen. Der vergleichsweise hohe Aufwand an Zeit und letztendlich auch Lebensenergie für die eigenen Nachkommen sorgt zunächst für stärkere Bindungen und natürlich wesentlich ausgeprägtere Lernphasen der Nachkömmlinge. Scheinbar unerwünschte Begleiteffekte bleiben natürlich nicht aus. Denn grundlegende Resonanzbedürfnisse sind mittlerweile faktisch angeboren. Die daraus resultierende Abhängigkeit des Nachkömmlings von einer entsprechend fürsorglichen Umgebung kann fatale Auswirkungen haben.
Dies muß nicht der plötzliche Verlust des Muttertieres durch einen fleischfressenden Räuber sein. Auch die meist ziemlich defekten Familienkonstrukte in "modernen" Leistungsgesellschaften unserer Zeit lassen den Stein samt stetem Tropfen höhlen. Doch die Evolution entwickelte auch für diese Bedrohung ihre Antwort. Nicht nur Menschen, auch Säugetiere und viele Vogelarten benötigen die komplette Verdrängung traumatischer Erlebnisse/Umgebungen als überlebensnotwendige Schutzreaktion. Die quantitative und qualitative Macht dieser "negativen" Erfahrungen kann das natürliche Verhaltensgefüge eines sozial orientierten Wesens jedoch irgendwann durchaus und endgültig aus dem Gleichgewicht bringen.
Wahrscheinlich bleibt es eine simple Summenrechnung. Überwiegen die negativen sozialen Erfahrungen zu lange oder auch zu intensiv, erlahmen natürlich angeborene positive Ressourcen des heranwachsenden Wesens (Menschen) irgendwann. Nicht nur Tim K. läßt grüßen. Auch der zunehmend offensichtliche Autismus, überwiegend unter männlich Heranwachsenden erfährt sogar noch die stigmatisch herablassende Einstufung durch unsere emanzipierte Gesellschaftskonstellation. Beschriebener natürlicher Schutz durch zeitweise oder sogar lebenslange Verdrängung erweisst sich also letztendlich nur als Pufferzone mit begrenzter Kapazität.
Selbst wenn der Krug am Wasser zerbricht
zu selten die Wahrheit ins Auge sticht
Wie auch unter "Energetik" oder "Böse" beschrieben, spielen sich erste Interaktionsszenarien mit absoluter Sicherheit schon vor der eigentlichen Geburt ab. Das natürlicherweise reduzierte Wahrnehmungsspektrum des Kleinstkindes verfügt jedoch von Anfang an über die fundamentalste und lebenslang mächtigste Resonanzebene. Die "Aura". Ob Kinderwagen, Schaukelbett oder Nuggel. Alle diese selbstbequemen Relikte der Illusion des materiellen Wohlstandes haben nur ein unwillkürliches? Ziel:
Den außerordentlich wichtigen körperlichen und energetischen Kontakt zwischen Eltern und Kind zu schwächen oder auch regelrecht zu unterbinden. Dadurch meist unzureichende Interaktion auf dieser Basisebene führt nicht selten zu regelrechten Schutzblockaden des heranwachsenden Menschen. Solch völlig unwillkürlicher Verdrängungsprozess im frühesten Lebensalter hat oft nicht vohersehbare "Nebenwirkungen" zur Folge. Ziemlich martialisch aber durchaus treffend beschreiben Songs der Rockband "Rammstein" mögliche Auswirkungen beispielsweise in "Mein Teil", "Spieluhr" oder auch "Mutter".
Wenn Pflanze so jung ohne Licht falsch wächst
bleibt unwillkürlich ihr Leben verhext
Fatalerweise haben wir auch die allermeisten kreativen Wunderwerke unserer menschlichen Geschichte gerade dieser Defektkiste zu verdanken. Wer will heute noch wissen das Michelangelo wie auch Napoleon lebenslang Epileptiker waren? Auch Mozart und "Jack the Ripper" haben ihre tief verdrängten Defizite in unterschiedliche Richtungen kanalisiert. Welcher von beiden heute bekannter ist, bleibt sicher diskussionswürdig.
Konsequenterweise soll hier endlich mal darauf hingewiesen werden, dass nicht die schwächsten, sondern die stärksten Charaktäre unserer jungen Mitmenschen letztendlich zum Opfer dieser emotionalen Vernichtungsmaschinerie einer materiell pervertierten Leistunsgesellschaft werden. "Nur DURCHschnitt kommt DURCH" könnte man frech behaupten. Die folgend angemahnte Reflektion bedient sich also letztendlich erfolgreich einer "zurecht" erzogenen Ersatzpersönlichkeit im Menschen.
Dieses Vakuum mittlerweile verkümmerter, verunsicherter und sogar blockierter (verdrängter) Natürlichkeit all zu vieler Menschen wird also erfolgreich durch Manipulation, Machtausübung samt illusionärer Wertvorstellungen ausgenutzt.
"Geld oder Liebe?" so lang man schon spricht
Denn beides zusammen verträgt sich nicht
Wenn Du mit mir spielen willst, mußt Du meine Regeln akzeptieren. Das Spiel des Konsumterrors reflektiert mächtige Trümpfe auf seine (Verdrängungs)Opfer. Zuverlässig Ihrer natürlichen Lebenswerte beraubt, gelten für zu viele junge Menschen teure Markenklamotten oder coole Handys bereits in der Schule als wichtiger wie Leistung, ehrliche Kameradschaft oder sogar selbstlose Nächstenliebe. Entsprechendes Szenario einer zunehmend desorientierten Jugend beginnt jedoch nicht erst im opportunistisch agierenden Bundestag. Die Grundlagen für diese besorgniserregende Entwicklung der letzten Jahrzehnte wurden bereits in den (soweit noch existenten) Familien selbst geschaffen. Generationsübergreifend haben sich Wertmaßstäbe verfestigt, welche sich geradezu expotentiell (demographisch) absehbar selbst liquidieren müssen. Die vielleicht nachfolgende Phase einer wirklich natürlichen Reflektion auf tatsächlich vernunftbegabtes Leben wird ebenso absehbar wieder nur sehr kurz sein. Aber allein dieser angenehm winzige Ausblick reflektiert tatsächlich in eine glaubwürdige Zukunft und läßt sich zumindest in meinem Kopf nicht mehr verdrängen.
Natürlichkeit sich nicht mehr wehrt
nur per Make up das Leben ehrt
Nicolás Gómez Dávila: "Schon genügt es nicht mehr, daß der Staatsbürger sich in sein Schicksal ergibt, der moderne Staat braucht Komplizen."
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aktualisiert am 17.05.2011 als Favorit eintragen | weiter empfehlen | Zurück zur Startseite